Spielen mit Grenzen: so behalten Sie die Kontrolle
Glücksspiel kostet Geld, und die Kosten sind im Schnitt höher als die Gewinne. Wer das im Kopf behält, kann es als Freizeitausgabe behandeln, vergleichbar mit einem Kinobesuch. Dieser Text zeigt, woran Sie merken, dass es kippt, und welche Mittel Ihnen zur Verfügung stehen.
Warnsignale, die ernst zu nehmen sind
Achten Sie auf diese Veränderungen: Die Sessions werden länger oder teurer als geplant. Verluste sollen durch weiteres Spielen zurückkommen. Einsätze bleiben vor Familie und Freunden verborgen. Für das Spiel wird Geld geliehen, Rechnungen bleiben liegen. Reizbarkeit tritt auf, sobald der Zugang zum Spiel fehlt. Trifft einer dieser Punkte zu, ist eine Pause sinnvoll, bei mehreren ist Beratung angebracht.
Budget und Zeit vor dem Spiel festlegen
Legen Sie vor dem Spielen fest, wie viel Geld Sie verlieren dürfen, ohne dass es Ihnen fehlt, und wie lange eine Session dauern soll. Nutzen Sie dazu die Einzahlungs- und Zeitlimits im Casino-Konto, soweit angeboten. Ein Wecker auf dem Handy hilft zusätzlich. Bonusangebote verleiten zu längeren Sessions, weil Umsatzbedingungen erfüllt werden sollen. Ein Bonus ist kein Grund, das Budget zu erhöhen.
Fünf Fragen an sich selbst
Beantworten Sie ehrlich: Habe ich in den letzten Wochen mehr eingezahlt als vorgenommen? Habe ich Geld eingesetzt, das für Miete, Rechnungen oder Rücklagen gedacht war? Denke ich an das Spiel, wenn ich eigentlich etwas anderes tue? Wollte ich den Einsatz senken und blieb beim alten Betrag? Hat mein Umfeld das Thema angesprochen? Zwei oder mehr Ja-Antworten sind ein Anlass, mit jemandem zu sprechen.
Pausen und Abkühlphase
Wer merkt, dass er ungeduldig wird, steht auf und lässt die Seite für einen Tag geschlossen. Bei Bedarf lässt sich das Konto für einen bestimmten Zeitraum pausieren. Prüfen Sie im Konto, welche Optionen das Casino anbietet.
Selbstausschluss und Spielersperre
In Deutschland gibt es das übergreifende Sperrsystem OASIS, in dem sich Spieler selbst sperren lassen können. Die Sperre gilt dann für regulierte Anbieter in Deutschland, gesetzt wird sie über die jeweilige Anbieterseite oder direkt bei den zuständigen Stellen. Zusätzlich können Sie Ihr Konto beim Casino schließen lassen.
Hürden im Alltag aufbauen
Löschen Sie gespeicherte Zahlungsdaten im Browser und in der App. Deaktivieren Sie Benachrichtigungen des Casinos. Wer die App entfernt oder Glücksspielseiten über einen Filter sperrt, erschwert den spontanen Griff zum Handy. Bitten Sie eine Vertrauensperson, Ihre Kontoauszüge mitzulesen.
Kostenlose Hilfe
Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG, früher BZgA) betreibt ein Beratungstelefon zur Glücksspielsucht unter 0800 1372700, kostenlos und anonym. Beratungsstellen vor Ort vermitteln Gespräche und Therapieplätze. In einer akuten Krise erreichen Sie die Telefonseelsorge rund um die Uhr unter 0800 1110111.
Für Angehörige
Wer sich um das Spielverhalten eines Menschen sorgt, sollte das Gespräch ohne Vorwürfe suchen und konkrete Beobachtungen nennen. Finanzielle Verantwortung sollte nicht für den Betroffenen übernommen werden. Auch Angehörige können die Beratungsstellen nutzen.
Minderjährige
Glücksspiel ist erst ab 18 Jahren erlaubt. Halten Sie Geräte, auf denen Konten angemeldet sind, von Kindern fern und sperren Sie sie mit einem Code.
Wenn ein Verlust Sie beschäftigt
Jede Runde ist unabhängig von der vorherigen, weitere Einsätze holen einen Verlust deshalb nicht zurück. Schreiben Sie Ihre Verluste des Monats auf und stellen Sie sie Ihrem Einkommen gegenüber. Die Zahl hilft bei der Entscheidung, ob das Limit gesenkt werden sollte.
Ihre Daten bleiben bei Ihnen
Beratungsstellen unterliegen der Schweigepflicht. Sie müssen im Gespräch keinen Namen nennen.
